Ziemlich jedes WM-Turnier besitzt eine besonders gefährliche Gruppe und ein einziger Fehler in dieser Gruppe könnte das Ende der betroffenen Mannschaft bedeuten. Alle vier Mannschaften haben sich mit einer Erstplatzierung qualifiziert und haben auch viel Zeit zum Vorbereiten gehabt. Der Grossteil der Spiele wird weit über Meereshöhe in Prätorien, Johannesburg und Nelspruit gespielt, und Deutschland könnte hier einen deutlichen Vorteil daraus ziehen, da sie drei Spiele auf Meereshöhe in Port Elizabeth und Durban spielen müssen. Solch gefährliche Gruppen erzeugen oft die Mannschaft, die es auch bis zum Finale schafft, da sie schon gröbste Strapazierung überleben mussten. Zum Finale schafften es z.B. Brasilien in 1970, Westdeutschland in 1986 und Argentinien in 1990, und sie starteten dabei alle bei Gruppen, die als nicht besonders vielversprechend galten. Nirgends ins Südafrika werden z.B. Argentinien, Italien und Brasilien in einer Gruppe gesteckt, wie in der zweiten Gruppenphase beim WM-Turnier 1982. Italien ging dazumal als Sieger hervor.
Die Favoriten
Deutschland
Was Deutschland von allen anderen Mannschaften unterscheidet ist ihr deutlicher Siegeswille. Dieser Siegeswille übersteigt mal schnell die etwas durchschnittlichen Ressourcen, welche die Mannschaft in den meisten Fällen zum Einsatz bringt. Es gibt keinen anderen Erklärungsgrund für die Teilnahme eines derart schlechten Teams am WM-Finale 2002 sowie deren Drittplatzierung vier Jahre später. Nochmals konnten sie sich locker qualifizieren und nutzten schon ein eigenes Trainingslager während das Traininglager Englands sich noch in der frühsten Bauphase befand. Es liegen viele Fragen sowie Zweifel bezüglich ihrem Trainer, Joachim Low, in der Luft, und eine 1-0 Niederlage bei einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien geben den meisten zu glauben, dass die Mannschaft Deutschlands vielleicht unter Druck völlig zusammenkippt.
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Ghana
Das erste WM-Turnier auf afrikanischem Boden fordert, dass zumindest eine afrikanischen Nation starke Leistungen bringt, und die Black Stars Ghanas sind die besten Kandidaten für diese Herausforderung. Sie qualifizierten sich als erste Mannschaft für Südafrika und die junge Mannschaft, die eine so gute Leistung vor vier Jahren in Deutschland ablegte, ist jetzt deutlich reifer geworden. Im Gegensatz zu der Elfenbeinküste besitzen sie keinen Starstürmer, aber dafür ein wunderbar ausgeglichenes Mittelfeld. Ihre drei Spiele werden weiter über Meereshöhe gehalten, aber falls sie an Tempo während ihres Erstspiels gegen Serbien gewinnen können werden sie sich bis zu den Entscheidungsspielen locker durchsetzen können.
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Die Underdogs
Australien
Sie konnten selbstverständlich Guus Hiddink nicht von den vielen Rubel Russlands ablenken, aber den nächstbesten Kandidaten, seine rechte Hand, Pim Verbeek, für ihre Sache gewinnen. Die Qualifikation war ein langwieriger Prozess, dessen Ausgang aber allen immer klar war. Australien besitzt ein gutes Mittelfeld und eine Verteidigung, die sich stolz mit anderen Mannschaften messen könnte. Fragwürdig ist aber ob sie die nötige Schärfe in der Offensive besitzen, welche nötig sein wird um die gegnerischen Mannschaften zu beunruhigen.
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Serbien
Dies wird die erste WM-Teilnahme Serbiens sein und ihre Turniergeschichte als jugoslawische Mannschaft kann sich sehen lassen. Raddy Antics Mannschaft wird sich nicht vor einer herausforderungsvollen Gruppe drücken. Es wurde ja von allen erwartet, dass sie im Entscheidungsspiel sich einen Platz in Südafrika hätten erspielen müssen, aber sie haben Frankreich auf den ersten Platz herabgedrängt. Auch in dieser schwierigen Gruppe war dieses unentschiedene Spiel kein Segen für die serbische Mannschaft. Sie spielen zuerst gegen die zwei stärksten Mannschaften, also Ghana und Deutschland. Dann wird ihr Schicksal vielleicht bei ihrer Begegnung mit Australien schon besiegelt sein.
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Die Starspieler
Michael Ballack (GER/Chelsea)
Der Kapitän Deutschlands war die Hauptursache deren Leistung bei insgesamt drei erfolgreichen Kampagnen: Bei der WM 2002 sowie 2006 und der EM 2008. Er sehnt sich nach einer Siegesmedaille, die ihm bisher verwehrt blieb.
Nemanja Vidic (SRB/Manchester United)
Vidic erholte sich von einem prekären Start in Old Trafford und zählt sich jetzt zu den besten Verteidigern von Manchester United. Seine tödliche Präzision beim Penaltyschiessen könnte jede Mannschaft gut gebrauchen. Seine Zukunft nach dem Turnier in den Clubs ist noch ungewiss, aber er ist und bleibt das Grundgestein der serbischen Verteidigung.
Tim Cahill (AUS/Everton)
Er ist ein wichtiger Spieler von zentraler Bedeutung, wie sein Clubkollege Steven Pienaar für Südafrika ist. Bei einer Mannschaft, die eigentlich keine hervorragenden Stürmer besitzt bringt Cahill die unbezahlbare Fähigkeit mit Tore aus dem Mittelfeld regelmässig schiessen zu können. Sein doppelter Torschuss gegen Japan in 2006 war der erste doppelte Torschuss Australiens während dem Turnier.
Michael Essien (GHA/Chelsea)
Niemand spielt eine wichtiger Rolle was den Erfolg Ghanas angeht wie Essien, der für die Black Stars geradezu unersetzlich ist, wie Roy Keane es bei Irland war. Er muss vorsichtig sein, da er sein Kreuzband und sein Knie während den letzten zwei Jahren beschädigte. Ohne ihn steht die Mannschaft ganz schlecht da.
Miroslav Klose (GER/Bayern Munich)
Er wird bei Turnierbeginn gerade 32 Jahre alt geworden sein, aber Klose, der die Hauptfigur Deutschlands während den letzten zwei Turnieren war, ist immer noch fähig genug um seine Anzahl von bisher elf Turniertorschüsse wachsen zu lassen.
Stephen Appiah (GHA/Bologna)
Noch ein ausgezeichneter Mittelfeldspieler, dessen Turnierteilnahme davon abhängt ob er sich rechtzeitig von seiner Verletzung erholt. Bedenken wegen seiner Knieverletzung verhinderten seine Teilnahme an einem einzigen Spiel bei Bologna seit seinem Transfer von Fenerbahce während dem letzten Sommer. Er wird nach Südafrika mitgehen aber bezüglich seiner baldigen Wirkung kann niemand etwas vorhersagen.