Das Bild vom tanzenden Roger Milla als sie zur ersten afrikanischen Mannschaft wurden, die es zu einem Viertelfinalspiel geschafft hatten, ist auch nach 20 Jahren schwer wegzukriegen. Dennoch haben sie in der Form von Samuel Etoo einen Spieler, der auf jeder Bühne (mit Ausnahme der jetzigen) brilliert hat. Die Mannschaft besitzt mit Paul Le Guen einen Trainer, der Lyon zu einer Mannschaft formte, die seither den französische Fussball dominiert. Seit 1990 liess die Kraft Kameruns nach, aber sie haben eine echte Chance die 16er-Runde zu erreichen. Sie wetten darauf, dass sie ihr Eröffnungsspiel gegen Japan in Bloemfontein gewinnen werden bevor sie sich ihrem entscheidendsten Spiel stellen müssen das Spiel gegen Dänemark in Pretoria.
Der Weg nach Südafrika
Nach zwei Spielen bei dem sie einen Punkt gewinnen konnten und kein einziges Tor geschossen hatten, sahen die Hoffnung Kameruns auf eine Turnierteilnahme immer düsterer aus. Die Reaktion des Kamerunschen Fussballverbands war schnell und gnadenlos. Sie feuerten ihren alteingesessenen deutschen Trainer, Otto Pfister, und stellten an dessen Stelle Paul Le Guen an, der sofort seine Wirkung entfalten konnte. Kamerun gewann ihre letzten vier Spiele und musste nur ein Tor einstecken. Die bisherige Kampagne endete mit entscheidenden Siegen über Marokko und Togo. Mit Spieler wie Etoo und seinem jüngeren Mitspieler Pierre Webo besitzen sie sicher genug Angriffskraft, aber es war ihre Verteidigung, die ihnen letztendlich den Sieg ermöglichte.
Die Spielmacher
Alexandre Song (Arsenal) Seitdem Patrick Vieira Highbury 2005 verliess suchte Arsenal nach einem hervorragenden Mittelfeldspieler. Song hat sich für diese Saison als ihr Mann der ersten Wahl gemeldet. Seine Leistung liess ahnen, dass er seinen älteren Cousin, Rigobert, übertreffen würde, und zudem kann er auf seine Leistung beim Africa Cup of Nations stolz sein.
Geremi Njitap (Ankaragucu) Im Alter von 31 Jahren ist er nicht derselbe Spieler, der er einmal war, aber Geremi verlieh dem Mittelfeld einiges an Substanz, sodass die Verteidigung Kameruns während der Qualifikation weithin geschützt blieb. Unter der Führung Jose Mourinho war er sehr erfolgreich, aber einige Kritiker denken, dass sein jetziger Trainer ihm nicht mehr viel zutraut.
Pierre Webo (Real Mallorca) Er wird wohl von Samuel Etoo überschattet, aber er konnte im spanischen Fussball bisher ganz schön Karriere machen, u.a. bei Osasuna und Mallorca. Das Highlight seiner internationalen Karriere war der Hattrick gegen die Elfenbeinküste während dem gescheiterten Versuch Kameruns sich für das WM-Turnier von 2006 zu qualifizieren.
Der Trainer
Paul Le Guen Dieser Mann, der Lyon zur Mannschaft transformierte, die seither den französischen Fussball dominiert, verdient monatlich stolze 71 Million francs... was in etwa knapp GBP 100'000 gleichkommt. Kamerun investiert in einen Mann, der sich nicht vor radikalen Veränderungen scheut. Seine Entscheidung die Mannschaftsverantwortung (Kapitän) von Rigobert Song an Etoo abzugeben zeigte sofortige Wirkung. Indem er das vermeintliche Talent von Song und Geremi in Frage stellte, hat er die alte Garde mehr als beleidigt, aber es ist ihm klar, dass er sein Brot nicht mit einfachen Entscheidungen verdienen wird.
Geschichte
World Cup: quarter-finals 1990.
Africa Cup of Nations: winners 1984, 1988, 2000, 2002.
Confederations Cup: Finalists 2003.
Analyse
Der Schlüssel zum Sieg Kameruns mag vielleicht in ihrer einheimischen Geographie liegen, die wohl Südafrika sehr ähnlich ist. Ein Ballungszentrum der Bevölkerung, Douala, liegt nahe der Küste, und Yaounde liegt auf 750 Meter über Meereshöhe. Also dürfte jegliche Anklimatisierung keinerlei Probleme verursachen. Le Guen bekam den Auftrag den Africa Cup of Nations zu gewinnen und zum Viertelfinal in Südafrika vorzudringen. Ihre Turnierteilnahme in Angola endete im Viertelfinal. Falls sie es auch in Südafrika so weit schaffen bewegen sie sich auf gefährlichem Boden, da sie bei der 16er-Runde wahrscheinlich gegen Italien antreten müssen und danach gegen Spanien in Cape Town spielen dürften.
Urteil
Mannschaft: 3/5
Angriff und Verteidigung machen einen ausgeglichenen Eindruck, aber das Mittelfeld stellt eine deutliche Schwäche dar, da sich die Altersspuren bei Rigobert Song und Geremi bemerkbar machen.
Trainer: 3.5/5
Hart und kompromisslos, Le Guen ist bereit radikale Veränderungen im kamerunschen Fussball herbeizurufen. Währenddem die Spieler seine Strategie vielleicht nicht so toll finden, hat er damit anscheinend Erfolg.
Angriff: 3.5/5
Ein grosser Druck lastet auf Samuel Etoo, aber falls er beweisen will, dass er der beste Fussballspieler in der Geschichte des afrikanischen Fussballs ist, ist dies seine Chance.
Verteidigung: 3/5
Während der Qualifikationsspiele beweisten sie, dass sie ein straffes Regime führen. Zudem spielen die Verteidiger vor einem Torhüter, die gemäss afrikanischen Standards zur Spitzenklasse der Torhüter seines Kontinents gehört.