Im klaren Kontrast zu Argentinien ist dies eine Mannschaft, die Disziplin und Konsistenz verkörpert. Dies ist ihr siebter aufeinanderfolgender WM-Auftritt und dafür mussten sie kaum Schwitzen, um nach Südafrika zu gelangen. Dennoch waren die Koreaner über die Gruppenspiele hinaus erfolgreich, als sie im Heimspiel unter Guus Hiddink agierten. Die Führung Hiddinks sowie der Heimvorteil gehören der Vergangenheit an, also fragt man sich ob Südkorea trotz mangelndem Heimvorteile tatsächlich die nötige Leistung erbringen wird. So oder so wird die Leistung vom Zusammenspiel ihrer beiden Hauptsstürmer, Monacos Park Chu-Young und Boltons Lee Chung-Yong, abhängen.
Der Weg nach Südafrika
Es wäre verlockend einfach zu behaupten, dass die Südkoreaner einen einfachen Weg nach Südafrika geniessen konnten, was mit sieben siegreichen und sieben unentschiedenen Spielen zu verzeihen wäre. Dennoch waren die Spiele gegen Nordkorea der Beweis, dass Fussball wichtiger ist als Leben oder Tod so wie es Bill Shankly zu sagen pflegte. Sie erreichten ein Unentschieden von zu Hause weg und erlangten mit 1-0 einen Sieg in Seoul. Auch gab es andere ermutigende Auswärtsspiele, wie z.B. der Sieg über Saudiarabien nach 19 Jahren und eine erzwungenes Unentschieden (1-1) gegen Iran vor 80'000 Zuschauer im Azadi Stadium. Komischerweise war es das unentschiedene Spiel in Iran, welches Nordkorea den Durchgang ermöglichte.
Die Spielmacher
Lee Chung-yong (Bolton) Als er sich unter FC Seouls türkischem Trainer, Senol Gunes, als gefährlicher Stürmer einen Namen machte, nannte man ihn den Namen Blauen Drachen. Lee muss auf einige beeindruckende Angriffseinlagen aufbauen, die er in der Premier League gezeigt hat.
Lee Young-pyo (Al Hilal) Einer der Veteranen der Halbfinalkampagne im Jahr 2002, Lee hat sich für einen lukrativen Transfer nach Saudiarabien entschieden und er bleibt Südkoreas führender Verteidiger, nicht zuletzt dank all seiner Spielerfahrung bei PSV Eindhoven, Tottenham und Borussia Dortmund.
Cho Won-hee (Suwon Bluewings) Sie müssen im Spiel gegen Nigeria und Argentinien einige gefährliche Stürmer vom Tor fernhalten. Obwohl Cho bei Wigan in England keine grosse Wirkung entfalten konnte, bleibt er ein wichtiger defensiver Mittelfeldspieler.
Der Trainer
Huh Jung-moo Er ist kein Guus Hiddink, dennoch hat Südkorea in der Form des 54-jährigen ehemaligen Verteidigers einen sehr kompetenten Trainer, der Südkorea zu einer ausgewogenen, schwer besiegbaren Mannschaft machen will, was die vergangene Europatour beweist, wo sie 0-0 gegen Dänemark spielten und nur knapp gegen Serbien verloren. Maradona erinnert sich an Huh als den Verteidiger, der sein Schienbeinschutz während dem Spiel zwischen Korea und Argentinien in 1986 in Stücke zertritt. Sie spielten Taekwondo statt Fussball, sagte Maradona. Diesmal wird die Mannschaft sicherlich ein raffinierteres Vorgehen bevozugen.
Geschichte
World Cup: Semi-finalists 2002.
Asian Cup: Winners 1956, 1960. Runners-up 1972, 1980, 1988.
Analyse
In Südkorea herrscht die Meinung, dass die Mannschaft die Griechen beim Eröffnungsspiel in Port Elizabeth besiegen muss, falls sie überhaupt Fortschritte machen will. Falls ihnen dieser Sieg gelingt und sie sich gegen die Nigerianer in Durban behaupten können, wird das Spielresultat gegen Argentinien nur minimale Auswirkungen auf ihrem Erfolg haben. Indem sie sich für die Runde der letzten 16 Mannschaften qualifizieren, werden sie wahrscheinlich Frankreich in Port Elizabeth begegnen. Die Franzosen waren 2006 besser aufgeleget also ist der Match eine nicht allzu grosse Herausforderung. Dennoch stehen die Chancen auf einen weiteren Fortschritt der Koreaner schlecht da.
Urteil
Mannschaft: 3/5
Sauber, ausgeglichen und effektiv.
Trainer: 3/5
Sagt, dass dies sein letztes Fussballabenteuer sein wird.
Angriff: 2/5
Man macht sich darüber Sorgen, dass sie in Sachen Angriff als Leichtgewichte gelten.
Verteidigung
3/5: Haben bewiesen, dass sie europäische Angriffe abwehren können.