Als er nach einer Vorhersage zum WM-Turnier angefragt wurde hat der Trainer Englands, Fabio Capello, gesagt: Ich habe das Gefühl, dass eine afrikanische Mannschaft eine Überraschung hervorbringen wird. Ghana sieht wie ein dafür geeigneter Kandidat aus. Ihre Mannschaft ist besser als die von Südafrika oder Kamerun und sie werden nicht durch ständige Streitereien getrübt wie Nigerien. Auch machen sie sich nicht von einem einzigen Spieler abhängig wie die Elfenbeinküste. Dennoch hängt einiges an der Fitness und Leistungsfähigkeit von Michael Essien, der sie durch die Gruppenspiele im WM-Turnier 2006 brachte, aber während dem Spiel gegen Brasilien leider ganz fehlte.
Der Weg nach Südafrika
Als Ghana es als erste Mannschaft nach Südafrika selbstverständlich nach Südafrika schaffte, dachte man, dass es von hier aus einfach sei. Aber nicht am Anfang. Sie konnten sich lediglich aufgrund eines Torvorsprungs vor Gabon und Libyen platzieren und haben Essien aufgrund einer Knieverletzung verloren. Die zweite Reihe der Gruppenspiele konnten sie durchaus einfacher bewältigen. Sie mussten nur, nachdem sie sich schon offiziell qualifiziert hatten eine Niederlage einstecken.
Die Spielmacher
Matthew Amoah (Breda) Dieser Stürmer konnte sich im dänischen Fussball bei Vitesse Arnhem, NAC Breda und Fortuna Sittard entfalten, aber er hatte in der Bundesliga richtig Mühe. Da Ghana eigentlich keine talentierte Mittelstürmer besitzt muss er sich jetzt dieser Herausforderung stellen, falls Ghana den Durchbruch in Südafrika schaffen will.
Sulley Muntari (Inter Milan) Unter der Annahme, dass es weiterhin keine Probleme in Sachen Disziplin geben wird, die bisher die Beziehung zu seinem Trainer Milovan Rajevac strapazierten, wird Muntari mit Essien um den Platz des besten Spielers von Ghana kämpfen. Seine Zeit bei der A-Serie bei Udinese und jetzt bei Inter waren sehr erfolgreich. Er beendete die Saison bei Portsmouth im FA Cup.
John Paintsil (Fulham) Wie Muntari sieht es so aus als ob Paintsil der geborene Starfussballspieler sei nachdem seine Mannschaft aus Ghana 2001 das Finale der Jugend-WM erreichte. Seine Karriere hob sich in Israel so richtig ab und wurde in London durch hervorragende Defensivleistungen bei West Ham und dann bei Fullham gefestigt.
Der Trainer
Milovan Rajevac Ghana liebt es anscheinend serbische Trainer zu engagieren. Ratomir Dujkovi führte sie 2006 beim Turnier und Rajevac wird der dritte serbische Trainer, der die Black Stars innerhalb den letzten sechs Jahren führt. In Accra freute man sich nicht unbedingt auf seine Anstellung als Trainer, da er ja nicht als genügend berühmt galt, um die vielleicht beste Mannschaft Afrikas beim Turnier zu führen. Seine beste Arbeit als Trainer fand bei kleineren Clubs wie Vojvodina und Borac statt. Zudem sprach er dazumal nur sehr schlecht Englisch.
Geschichte
World Cup: Round of 16 2006.
Africa Cup of Nations: Winners 1963, 1965, 1978, 1982. Finalists 1968, 1970, 1992, 2010.
Analyse
Wiederum wird die gute Mannschaft Ghanas mit einer schwierigen Gruppe konfrontiert, die wahrscheinlich den Fortschritt in Südafrika eindämmen werden. 2006 blockierte Brasilien ihren Weg in der 16er-Runde und sollten die Black Stars nicht in der Gruppe D ganz oben ankommen, werden sie gegen England in Rustenburg antreten müssen. Sich als erste Mannschaft der Gruppe zu platzieren würde sie gegen die USA oder Slovenien in Bloemfontein stellen, wo Ghana auch gute Gewinnchancen hätte. Dennoch sagt die Intuition der meisten Leute, dass ihre Turnierteilnahme etwa so wie vor vier Jahren enden wird.
Urteil
Mannschaft: 3/5
Die beste Mannschaft aller afrikanischen Mannschaften. Ghana kann auf eine leistungsstarke Mannschaft setzen, die aber leider angriffsschwach und verletzlich ist. Das Mittelfeld gilt als besonders volatil.
Trainer: 2.5 / 5
Es gibt viele Menschen, die den afrikanischen Fussball mitverfolgen und das Gefühl haben, dass ein besserer Trainer hätte angestellt werden können, als einer, dessen Hauptexpertise sich auf die erfolgreiche Qualifikation minderer serbischer Clubs beschränkt.
Angriff: 2/5
Die Spieltaktik Ghanas lastet zu sehr auf Spielchancen, die aus dem Mittelfeld kommen, aber Matthew Amoah ist alleine nicht gut genug um diese Bürde zu tragen. Die ersten Runden des Africa Cup of Nations sahen nicht gerade vielversprechend aus.
Verteidigung: 3.5/5
Einen Teil der Leistung Rajevacs liegt darin, dass er die hinteren vier Verteidiger sowie das Mittelfeld gestrafft und gestärkt hat. Die Tschechische Republik und die USA konnten entdecken, dass Ghana nach einem Vorsprung kaum noch zurückzuhalten sind.