Eine Liste von Mannschaften, die glücklich sind, dass sie das WM-Turnier überhaupt erreicht haben, wäre von Slovenien sicher angeführt. Slovenien ist eines der kleinsten aber reichsten ehemaligen Ländern Ex-Jugoslawiens. Bisher wurde deren Leistung durch Kroatien und Serbien überschattet. Kroatien hat es nicht zur Weltmeisterschaft geschafft, aber sie werden Serbien wahrscheinlich in der 16er-Runde treffen, sollten sie bis dahin überleben können. Sloveniens grösste Stärke ist vielleicht ihr starker Teamgeist und ihre klaren Zielvorstellungen. Sie sollten ohne Druck spielen können, da niemand in Slovenien einen WM-Sieg erwartet. Leider konnten die Slovenier nicht einmal ein einziges Spiel währen der Euro 2000 und der WM 2002 gewinnen. Sie wären sicherlich enttäuscht, wenn sie dieses Schema nicht beim Eröffnungsspiel durchbrechen könnten.
Der Weg nach Südafrika
Hätte die UEFA Gruppe 3 sich den Erwartungen entsprechend gezeigt, dann hätte Slovenien den fünften Platz einnehmen können, vor San Marino und nach Nordirland. Stattdessen erreichten sie den zweiten Platz, knapp hinter der gleichermassen unbeachtlichen Mannschaft der Slovakei. Während die Slovakie 1-0 gegen Nordirland in Belfast verlor holten sich die Slovenier sechs Punkte während ein halbdutzend Spielen. Dennoch konnten sie ein Entscheidungsspiel gegen Russland erreichen, indem sie während vier klaren Siegeszüge kein einziges Tor der Gegner hinnehmen mussten. In Moskow befanden sie sich im Rückstand von 2-0 und konnten dennoch ein Tor gegen Ende des Spiels dank Nejc Pecnik erringen. Zudem konnten sie 1-0 in ihrem kleinen Stadium in Maribor erringen.
Die Spielmacher
Samir Handanovic (Udinese) Nachdem er im Alter von 20 Jahren nach Italien kam konnte sich Handanovic als einer der besten Torhüter der A-Serie etablieren und wird vielleicht nach diesem WM-Turnier zu Bayern übergehen.
Robert Koren (West Bromwich Albion) Der Kapitän Sloveniens spielt seit 2007 in England Fussball nach einer erfolgreichen Karriere bei Lillestrom in Norwegen. Leider hat eine Augenverletzung, die ihm während des Trainings zugefügt wurde, seinen Start im Hawthorns beeinflusst.
Zlatko Dedic (Bochum) Egal was in Südafrika passiert wird er für immer für sein Tor in Erinnerung bleiben, welches den Untergang von Guus Hiddinks Russland besiegelte. Dedic brachte es nie wirklich zu Spitzenleistung in der A-Serie, aber er hat seinen Platz in der Bundesliga bei Bochum gefunden.
Der Trainer
Matjaz Kek Er war als Verteidiger während einer langen Spielerkarriere tätig, die schon fast vorbei war als Slovenien ihre Unabhängigkeit gewann. Keine Überraschung ist, dass der bisherige Erfolg Sloveniens auf einer soliden Verteidigung basiert, da sie lediglich vier Tore während der Qualifikation einstecken mussten. Nachdem er seinen Heimclub Maribor zu zwei Titelsiege geführt hatte, wurde er aufgrund nachlassender Leistung gefeuert und fing beim U25-Fussball als Trainer an, dessen Spieler die Zusammensetzung dieser jungen Mannschaft grösstenteils ausmachen.
Geschichte
World Cup: Group stages 2002
European Championship: Group stages 2000.
Analyse
In Betracht dessen, dass sie sich an die Tchechische Republik, Polen und Russland vorbeikämpfen mussten um nach Südafrika zu gelangen, sollte ein zweiter Platz vor den USA drin liegen. Leider ist dies ein grosses Turnier für eine Mannschaft mit einem höchstbescheidenen Erfolgsnachweis und ihre Gesamtleistung wird von ihrem Spiel gegen den USA in Johannesburg abhängen, nachdem sie Algerien besiegt haben. Nach einem Sieg gegen Algerien und einem unentschieden gegen den USA werden sie in Port Elizabeth der Mannschaft Englands begegnen, die mit aller Wahrscheinlichkeit sowieso durchgehen wird. Dies wird eine grosse Herausforderung sein und es steht immer noch in Frage, wie viele in Ljubljana and Maribor glauben, dass die Mannschaft dieser Herausforderung auch gerecht werden kann.
Urteil
Mannschaft: 2.5 / 5
Jung, begeistert und voller Hingabe ist dies eine Mannschaft, die schon viel durch ihre Anwesenheit in Südafrika erreicht hat. Dennoch ist es unsicher ob sie nach dem Anfang des Turniers noch was taugen.
Trainer: 3/5
Keks methodische, durchdachte Spielweise hat das Beste aus seinen Spielern rausgeholt und wird dringend gebraucht werden, wenn der Tunierdruck stetig auf der Mannschaft steigt.
Angriff: 2.5/5
Die Stürmer können dann wenns wirklich darauf ankommt eine gute Leistung zeigen, da sie 16 Tore während den letzten sechs Qualifikationsspiele Sloveniens schossen. Der 3-0 Sieg über Polen in Maribor und der 2-0 Auswärtssieg in der Slovakei waren klare Highlights.
Verteidigung: 3/5
Rein statitisch gesehen war ihre Leistung während der Qualifikation die beste. Während neun der letzten elf Spiele konnten sie sich gegen gegnerische Tore erfolgreich wehren. Nur Nordirlands Warren Feeney und Russlands Dinyar Bilyaletdinov konnten sich durchsetzen.